Sonntag, 16. Oktober 2011

Aloha Lohas! Folge 2: Was ist eine gesunde Ernährung?

Passend zum Welternährungstag gibt es heute eine neue Folge von Aloha Lohas. Ich habe mir mit dieser Zeit gelassen, da sie eine zentrale Rolle in der ganzen Blogserie spielt. Alles weitere zum Thema Ernährung ist, soweit es nicht zu einem radikalen Umdenken meinerseits kommt, nur eine Interpretation dessen, was ich euch heute erzähle. Die Frage mag einfach klingen, aber doch ist es schwer, vielleicht auch unmöglich, sie ausreichend zu beantworten:“Was ist eine gesunde Ernährung?“ Jeder echte oder selbsternannte Experte wird euch eine andere Antwort darauf geben. Womöglich widersprechen sich diese, die einen haben eine extremere Ansicht, die anderen dagegen erfinden das Rad jedes Jahr neu – wie soll man in dem ganzen Gewusel von Theorien überhaupt noch durchblicken? Sind nun Kohlenhydrate böse? Muss man auf Fleisch verzichten? Soll man nur noch Rohkost essen? Wenn man beginnt der Frage nach der gesunden Ernährung nachzugehen, steht man erst einmal vor einem Berg neuer Fragen.

Natürlich ist unsere Ernährung sehr abhängig davon, ob wir männlich oder weiblich sind, von unserem Alter, wie unser Alltag aussieht, welche Erkrankungen wir haben usw., doch lassen sich alle Menschen auf dieser Welt auf die folgende Tatsache reduzieren: Wieso essen wir? Um zu leben. Um zu überleben. Wir essen aus dem ganzen einfachen Grund, weil wir Energie brauchen. Weil in unserem Körper viele biochemische Prozesse ablaufen und diese Treibstoff brauchen. Wie ein Auto, das Benzin braucht, nur mit dem Unterschied, dass wir ein viel komplexeres System haben und daher einige verschiedene Baustoffe brauchen, um zu funktionieren. Dennoch finde ich das Beispiel sehr gut und es wird oft in Ernährungsbüchern verwendet: Wenn sich Leute ein teures Auto kaufen, dann wollen sie den besten Sprit, den es auf den Markt gibt. Wenn ihr die Wahl habt: Teurer, sehr guter Sprit, der die Lebensdauer des Autos womöglich erhöht, oder günstiger, der dem Motor auf Dauer schadet? Erstaunlich, wie viele Leute sofort die Antwort auf diese Frage wissen. Machen wir uns genau so viel Gedanken, wenn es darum geht, ob wir hochwertige gute Nahrung günstigerer Industriematsche vorziehen? Wie viel Zeit und Geld ist uns unser Treibstoff wert? Jeder menschliche Körper ist so viel mehr wert als der tollste Porsche dieser Welt.

Mir war lange nicht bewusst, welche Auswirkung Nahrung auf unseren gesamten Organismus hat. Eigentlich logisch, ich meine, wo kommt die Energie für unseren Denkapparat her? Unsere Psyche ist nicht eine Wolke, die über uns schwebt und völlig unabhängig von biochemischen Prozessen ist. Wer sich falsch ernährt, hat nicht nur ein erhöhtes Risiko körperlich zu erkranken, sondern auch an Depressionen, Lustlosigkeit und anderen seelischen Problemen zu erleiden. Was wir essen, definiert auch in gewisser Hinsicht, wer wir sind. Wie wir uns fühlen und was wir denken.

Eine gesunde Ernährung mag uns nicht vor Erkrankungen schützen, aber sie kann das Risiko drastisch senken zu erkranken. Da es in meiner Familie zwei Krebserkrankungen gab, spielt das Thema seit einigen Jahren schon eine große Rolle. Niemand von uns ist vor Krebs sicher und wir alle tragen in uns ein Risiko, doch die Nahrung ist neben psychischen Einflüssen wie Stress ein zentraler Faktor, ob es soweit kommt oder nicht. Wir suchen immer danach, was uns vor Krebs schützt, statt uns zu fragen, was es auslöst. Ich kann noch so viele Himbeeren, Brokkoli oder was auch immer gerade der neuste Trend ist, essen, wenn ich mir alle paar Tage Transfette und Zucker reinziehe. Es geht doch darum von Grund auf eine gute Basis einer guten Ernährung zu schaffen.

Jetzt habe ich einige von vielen Gründen genannt, wieso eine gesunde Ernährung so dermaßen wichtig für uns ist. Vielleicht habt ihr Lust ein wenig nachzudenken, was für euch ein Grund sein könnte eure Ernährung, falls ihr mit dieser nicht zufrieden seid, umzustellen.

Theorie schön und gut, doch wie genau soll man sich nun ernähren? Wie ich bereits am Anfang sagte – diese Frage kann man nicht objektiv beantworten. Ich bin selber ständig am Informieren und Weiterbilden und finde alle paar Wochen neue Antworten darauf. Doch ich möchte euch grob nennen, was ich mir jetzt heute darunter vorstellen und was der Rahmen ist, in dem ich mich bewege. Ich glaube dass Detailfragen im Endeffekt nur Spielereien sind und dass sich jeder selber Säulen seiner Ernährung aufbauen sollte. Es gibt tausend Wissenschaftler mit tausend Ideen dazu, aber letztendlich entscheidet bei mir persönlich der gesunde Menschenverstand.

Eine gesunde Ernährung sollte für mich abwechslungsreich sein, aus guten Kohlenhydraten bestehen, eiweißreich, voller Vitamine und Mineralstoffe, ballaststoffreich, zucker- und fettarm, bewusst, natürlich, gut proportioniert, möglichst frei von leeren Kalorien und lecker! Auch wenn es für mich persönlich leichter fällt mir den menschlichen Körper als eine chemische Fabrik vorzustellen, so spielt auch der Genuss eine Rolle. Essen ist toll! Essen ist eine Möglichkeit, uns und unseren Mitmenschen nah zu sein, auch wenn dieser Punkt in einer Fast Food-Gesellschaft an manchen Stellen zu kurz kommt oder völlig unter geht.

Damit dieser Post nicht zu lang wird, werde ich die kommenden Wochen und Monate die Punkte, die ich gerade genannt habe, nach und nach vorstellen und erklären, was ich damit meine. Ich glaube allerdings nicht, dass den meisten von uns Informationen fehlen, sondern es einfach braucht, diese Punkte zu verinnerlichen. [Als Beispiel: Wisst ihr was Ballaststoffe sind und wozu diese gebraucht werden? Würde mich über ein Feedback freuen, wie weit ihr mit Nährstoffen bereits vertraut seid, um zu wissen, wie weit ich bei den einzelnen Punkten ausholen muss.] Den meisten ist durchaus bewusst, dass Pommes nicht gesund sind, auch wenn sie noch nie etwas von Transfetten gehört haben. Ich bin zwar ein großer Fan von wissenschaftlichen Erklärungen, einfach aus dem Grund, weil mich dieses Themengebiet interessiert. Ich habe aber die Erfahrung gemacht, dass es bei einer Ernährungsumstellung – und ich habe meine Ernährung wirklich krass geändert – darauf ankommt zu verstehen, was primär die Funktion von Essen ist und somit wieder einen Bezug zu seinen Nahrungsmitteln zu haben. Wenn ich also weiß, dass ich nährstoffreiche Kost benötige, um zu funktionieren, und dass Pommes nicht viel davon haben, dann zähle ich 1 und 1 zusammen und esse Pommes automatisch nicht. Und wenn ich dann noch nachlese, was Transfette sind und unserem Körper antun, dann wird das Produkt völlig ungenießbar für mich und dann wird mir total schlecht bei dem Gedanken, dass ich mich eine lange Zeit unter Anderem davon ernährt habe.

Ich werde euch die nächsten Wochen und Monate einige Tipps mit auf den Weg geben, wie ihr euch meiner Meinung nach gesund ernährt. Oft hilft es sich immer und immer wieder diese Frage zu stellen:“Was esse ich wie viel und warum?“

Vor mehr als zweitausend Jahren schrieb Hippokrates:“Alles, was wir zu uns nehmen, wirkt auf den Körper und verändert ihn in gewisser Weise. Von diesen Veränderungen hängt das ganze Leben ab, egal, ob man gesund, krank oder rekonvaleszent ist.“

Was ist für euch der Inbegriff einer gesunden Ernährung? Seid ihr mit eurer Ernährung zufrieden und wenn nein, was möchtet ihr ändern und warum?

8 Kommentare:

  1. "begint" zu anfang mit zwei n.

    toller text <3

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  2. Deine Serie ist wirklich interessant! Für mich ist eine gesunde Ernährung genau das, was du gesagt hast - mit einer Ausnahme. Meiner Meinung nach muss sie nicht fettarm sein, es kommt in erster Linie drauf an, welche Fette wir zu uns nehmen. Gutes Fett (Olivenöl, Leinsamenöl, Walnussöl, Fett in Nüssen etc.) ist sehr wichtig für unseren Körper.

    Mit meiner Ernährung bin ich ziemlich zufrieden. Mein Freund und ich kochen fast jeden Tag selbst gesunde (und guuuute!!) Gerichte, Fast-Food mochte ich nie, und Süßes hab ich relativ stark beschränkt :) Ich lese die Serie also aus reinem Interesse, und weil ich deinen Schreibstil sehr mag!

    Liebe Grüße (=

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  3. hammer :) darüber muss ich mal echt nachdenken. ich neheme deine tipps zu kenntniss. danke. bin gespannt auf die nächsten ;)
    lg

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  4. das einzige was ich über ballaststoffe weiß ist, dass sie praktisch nur da sind um stuhl zu voluminieren.und sie leer sind, also nicht vom körper aufgenommen werden.hauptsächlich sind sie für den darm da.
    aber ja du hast recht, es ist so schwer die richtige ernährung zu finden, weil so viele vesrchieden experten etwas publizieren.

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  5. was sind denn "gute" kohelnhydrate?
    ich übereg immer wieder welche der üblichen beilagen (reis, nudeln, kartoffeln etc.) ich am besten nehme.
    lg
    andrea

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  6. sehr schön geschrieben. theoretisch kenne ich mich auch sehr gut mit Ernährung, da ich eine von meiner Ernährung und meinem Stress abhängende Krankheit habe. Leider fällt mir die praxis. Ich studiere und bin dauernd unter der Stress. Nasche sehr oft bei Prüfungszeit und ich esse abends meistes spät. D.h während ich mich halbes Jahr gut ernähre, achte ich den Rest des Jahrs gar nicht darauf.lg

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  7. @Anonym
    Volkornprodukte, vor allem, wenn sie noch mit dem Punkt "gut proportioniert" verknüpft sind. :)
    Werde aber den Punkt noch aufgreifen und das wie, weshalb und warum dazu erklären.

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  8. acho. ich habs vermutet aber gehofft das es noch mehr gibt ;-)
    danke

    lg
    andrea

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